Tag 148-153: Villarica in Paraguay
- Inga F.

- 18. Juni 2022
- 2 Min. Lesezeit
Heute haben wir uns mit Till in Villarica verabredet. Wir fuhren über unasphaltierte Straßen zu dem kleinen Lokal, was er uns geschickt hatte. Dort ließen wir unser Auto stehen und er holte uns ab. Dann fuhren wir mit ihm über Stock und Stein in Richtung Nationalpark Yvytyruzú. Hier gibt es keine befestigten Straßen und da gerade Regenzeit ist, war es dementsprechend matschig hier.

Zuerst fuhren wir zu der Tischlerei, wo er sich seine Türen für sein Haus zimmern lässt. Im Prinzip war das nur ein Wellblechdach auf Stelzen, unter dem die Arbeitsmaschinen standen. Sahen ganz ordentlich aus seine Türen. Bei der Weiterfahrt wurde es abenteuerlich: Berg runter Fahren ging noch aber bergauf mussten wir Till anschieben, damit das Auto den Pfad wieder hoch kam.

Als nächstes ging es zum Mittagessen. Das gab es in einen kleinen Privathaus mitten im Nichts. Sie tischte typisch paraguayisches Essen mit Grillhähnchen, Salat und Reis auf. Mit vollem Magen ging es weiter durch die heftigsten Schlaglöcher, die ich jemals erlebt habe, hoch zu Tills Grundstück.

Auf dem Weg hielten wir an, um reife Zitronen zu probieren, die aussahen wir Mandarinen. Sehr verwirrend, wenn du eine süße orangefarbene Mandarine erwartest und dann in eine saure Zitrone beißt. Außerdem ist gerade Bananen- und Grapefruit-Saison. Wir deckten uns also mit Früchten ein, die einfach so an den Bäumen auf dem Weg hingen, und weiter ging die wilde Fahrt.

Till besitzt mit einer Freundin von ihm 16 Hektar und dementsprechend werden hier zwei Wohnhäuser gebaut. Ein Haus von den Vorbesitzern steht hier schon. Allerdings hatte dieses weder Fenster noch ein dichtes Dach. Hier wurde nachgebessert und renoviert. Jetzt fehlen nur noch die Türen, die unten im Tal gezimmert werden und dann ist dieses spartanische Gästehaus bereits bezugsfertig. Der Sohn der ehemaligen Besitzer wohnt hier bereits und überwacht die Baustelle bei Nacht.

Wir besichtigten das Grundstück, soweit es schon erschlossen war. Zehn Kühe und mehrere Esel weideten hier bereits. Außerdem wurde schon ein Brunnen mit trinkbarem Grundwasser errichtet.

Das Grundstück ist leicht abschüssig. Das heißt, dass wir auf einen Hügel aufsteigen konnten und von dort aus einen schönen Blick über die Natur und die Berge hatten. Auch Bananen, Eukalyptus und Ananas wuchsen hier schon. Durch das feuchtwarme Klima kann man hier wirklich einen Samen auf die Erde werfen und das Zeug wächst.

Nach circa einer halben Stunde Abfahrt, bei der wir mindestens dreimal mit dem Unterboden aufsetzten, waren wir wieder im Tal angelangt. Hier war ein super Restaurant, was natürlich wieder Grillfleisch anbot. Parrilla (BBQ) kann man hier in Paraguay wirklich super essen. Alles andere kann man außer in Asunción wirklich knicken …

Wir übernachten in dem Hotel, in dem Till momentan wohnt, bis sein Haus gebaut wurde und verabschiedeten uns am nächsten Tag von ihm. Während er sich seinen Traum vom Selbstversorgerleben erfüllt, fuhren wir zurück nach Asunción.




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