
Survival-Rucksack
Was muss mit?
Einleitung
Da ein guter Freund uns darum gebeten hatte, haben wir uns einmal die Mühe gemacht und die wichtigsten und besten Dinge rausgesucht, die es für einen kompletten Fluchtrucksack braucht.
Vorab gepackt kann ein solcher in Krisensituationen die Durchhaltefähigkeit deutlich steigern. Jedes Szenario und jeder Notfallplan ist individuell. Deshalb erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dient als Basis für die eigene Planung und sollte individuell angepasst werden.
Viele Leute, die sich mit dem Thema beschäftigen kaufen viel zu viele Dinge, die im späteren Gebrauch völlig ungeeignet sind. Ich möchte dazu aufrufen, sich auf wenige wichtige (und dafür dann qualitativ bessere) Dinge zu beschränken. Wer billig kauft, kauft doppelt.
Alle hier vorgestellten Tools nutzen mein Mann und ich selbst beruflich oder privat bzw. kennen diese gut.
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Allgemeines
Etwas Wichtiges vorab: Du willst mit deinem Rucksack, Auftreten und Outfit auf keinen Fall aussehen wie ein Soldat!
Dadurch wird man schnell als Gefahr wahrgenommen. Ziel ist es durch dein Aussehen und Verhalten unauffällig zu bleiben und in der Masse zu verschwinden. Im Klartext: Gedeckte Farben, kein Camouflage, keine Militärausrüstung.
Die drei wichtigsten Dinge In Krisensituationen sind:
1. Wissen: Je mehr man über Selbstverteidigung, Erste Hilfe, essbare Pflanzen, Fischen oder Mechanik weiss, desto höher sind die Überlebenschancen. Je besser man ausgebildet ist, desto weniger Ausrüstung braucht man. Wasserreserven sind schnell aufgebraucht, das Wissen zur Wasseraufbereitung hält einen auch danach noch am Leben. Deshalb: Bilde dich weiter!
2. Zeit: Wenn alle schon im Stau stehen um die Stadt zu verlassen, ist es zu spät. Meist gibt es im Vorfeld Hinweise auf bevorstehende Gefahren. Risiken frühzeitig zu erkennen und konsequent zu handeln bringt einen massiven Vorteil. Mit etwas Glück bekommt man dann in einer Pandemie sogar noch Klopapier.
3. Vorbereitung: Habe einen Plan! Und am besten gleich mehrere. Egal für was man sich entscheidet: Sich zuhause zu verbarrikadieren oder im Flieger das Land zu verlassen. Dies muss frühzeitig geplant werden: Ist der Reisepass noch gültig? Wo ist der nächste Zivilschutzbunker?
Rucksack
Das wohl Wichtigste am „Bug-Out-Bag“ ist natürlich der Rucksack. Primäres Ziel ist die ersten 72h zu überleben und keinen 5*-Campingausflug zu machen. Deshalb sollte er max. 70l gross sein. Je kompakter desto besser. Auf der Flucht ist, egal in welchem Transportmittel, kaum Platz vorhanden. Mit viel Gepäck ermüdet man schnell, zudem ziehen grosse Taschen Diebe an. Der Rucksack sollte auch auf langen Strecken gut zu tragen und aus robusten Material sein.
Der Folgende wird (in anderen Farben) bei Bergwacht und Militär verwendet, ist äusserst solide und ausreichend gross:
Waffen & Messer
Wenn jemand mit einer Waffe geübt ist und diese wirklich anwenden kann, wird er diese selbstverständlich mitnehmen.
Allen anderen rate ich davon ab! Jede Waffe kann gegen dich selbst eingesetzt werden und die Situation schnell zum Eskalieren bringen. Deshalb nicht in Hollywood-Fantasien verfallen, sondern der Realität ins Auge sehen und proaktiv Gefahren vermeiden.
Wenn du dennoch etwas für deinen Schutz mitnehmen möchtest, wäre ein Tierabwehrspray (Pfefferspray) eine Option. Aber auch hier muss der Einsatz geübt werden.
Beachte die individuellen Gesetze zum Mitführen von Messern und Tierabwehrspray in den jeweiligen Ländern!
Technik & Licht
Hier muss man sich zu Beginn die Frage stellen: Akku oder Batterie? Akkus kann man aufladen, Batterien nicht. Aber: Nach 2J Lagerung im Keller verlieren Akkus ihre Kapazität. Aufgrund einiger schlechter Erfahrungen im Einsatz bleibe ich persönlich bei Batterien. Trotzdem stelle ich hier auch wiederaufladbare Varianten vor.
Wer eine Lademöglichkeit sucht, ist mit den Solar-Panels von Goal Zero gut beraten. Sie sind ausreichend robust und gut verarbeitet. Eine Powerbank speichert die Energie für nachts.
Da gutes Licht wichtig ist, nehme ich immer zwei Lampen mit. Eine Stirnlampe, um bei der Arbeit die Hände frei zu haben, und eine Stabtaschenlampe für präzises Ausleuchten. Mit Stroboskop- Effekt kann diese dann ggf. auch zur Verteidigung eingesetzt werden.
Diese Stirnlampe kann aufgeladen oder mit Batterien betrieben werden. Ein rotes Licht erhält die Nachtsichtfähigkeit:
Zusätzlich dazu kann ich noch empfehlen:
• Extra Rettungsdecken (diese sind universell einsetzbar)
• FFP-Masken, Einweghandschuhe und Schutzbrille (Eigenschutz, nicht nur bei CBRN-Lagen) • Desinfektionsmittel
• Babypuder und Vaseline (in der Natur bleiben wunde Stellen nicht aus)
• Paracetamol als leichtes Schmerzmittel
• Loperomid gegen Durchfall
• Eigene Medikamente (zB. Insulin, Blutdrucksenker; Ablaufdatum beachten!)
- Und je nach Ausbildungsstand: Alu-Schiene für Brüche:
Überleben / Survival
Hier geht es ums Überleben und Gefunden-Werden. Es muss realistisch abgeschätzt werden, wie „wild“ die zu erwartenden Szenarien sein mögen. Die meisten Flüchtlinge werden diese Dinge vermutlich nicht brauchen.
Dennoch folgt hier eine Liste mit guten Tools. Auch wenn sie wohl kürzer ist als viele erwartet hätten.
Ausserdem kann man noch Kleinigkeiten wie ein normales Feuerzeug, Klebeband, Kabelbinder und Rasierklingen einpacken.
Ein stabiler Müllsack zum Beispiel kann eine Regenjacke oder mit Laub und Ästen gefüllt eine wunderbare Matratze sein.
Für mehr Komfort kann dann noch ein Tarp (Zeltersatz), ein Schlafsack (Kunstfaser, denn Daune wärmt bei Nässe nicht mehr) sowie eine Isomatte mitgenommen werden. Hier ist meist der Platz das Problem.
Ohrstöpsel sind nützlich, falls man mit vielen Fremden in einer Notunterkunft übernachten muss.
Lange Unterwäsche aus Wolle oder Merinowolle stinkt nicht und wärmt selbst wenn sie nass ist (empfehlenswert sind z.B. Icebreaker und Engelbert Strauss). Eine Mütze und ein Schlauchtuch schützen vor Kälte und Wind. Festes Schuhwerk nicht vergessen!
Die Kleidung sollte ausreichend schnelltrocknend, robust, warm und bequem sein. Lege sie im Voraus bereit, am besten direkt neben dem Rucksack in einem Drybag (diesen dann später mitnehmen, er ist für viele Dinge zu gebrauchen).
Dokumente
Folgende Dinge sollten im Fall der Fälle mitgenommen werden (für alle Familienmitglieder). Dabei auf sichere und wasserfeste Verwahrung achten:
- Reisepass, Impfpass
- Kopie aller wichtigen Dokumente (Geburtsurkunde, Eheurkunde, Besitzurkunde/Kaufvertrag von
Haus und Auto)
- Nachweis über eine gültige (Auslands-)Krankenversicherung
- Ggf. Bargeld, Gold, Crypto-Wallet
- USB-Stick mit wichtigen Dokumenten
- Telefonnummern von nahestehenden Menschen
Um Dinge sicher und unauffällig bei sich zu tragen, ist ein Brustbeutel ideal.
Optionales
Je nach Platz kann man jetzt noch Dinge einpacken, die einem wichtig sind und die persönliche Resilienz erhöhen: Fotos von der Familie, Glücksbringer, ein warmes Kleidungsstück, Bücher oder ein Teelicht.
Fazit
Ich hoffe diese Liste bietet dir eine gute Basis beim Zusammenstellen deines Bug-Out-Bags. Notfallplanung und -Vorbereitung ist ein kontinuierlicher Prozess, da sich Lebensumstände und Umwelt ständig verändern. Vorbereitet zu sein zeugt von Rationalität und Verantwortungsbewusstsein.
Prepare for the worst, pray for the best!
Anregungen, Feedback, Kommentare? Schreib mir: agni-yoga@posteo.de
