Tag 86: Nichts für schwache Nerven
- Inga F.

- 30. März 2022
- 2 Min. Lesezeit
Reisetage sind immer anstrengend. Besonders hier in Brasilien. Wir hatten uns extra Tage vorher über den Busfahrplan von Paraty nach Sao Paulo informiert. Da sich der Fahrplan quasi täglich ändert, hatten wir natürlich einen Tag vorher nochmal gecheckt, ob alles passt. Der Blablacar-Fahrer meldete sich leider nicht, also blieb es bei Busfahren.

Wir fuhren rechtzeitig mit dem Stadtbus vom Hostel zum Busbahnhof in Paraty. Dort wurde uns dann gesagt, dass der Bus nicht wie geplant um 09:30 Uhr sondern erst um 14:30 Uhr fahren soll. Das wäre an sich nicht besonders schlimm, wenn wir nicht vor 18 Uhr beim PCR-Testzentrum in Sao Paulo sein müssten, damit wir morgen unseren Flug nach Bolivien nehmen können. Da man mindestens vier Stunden von Paraty nach Sao Paulo braucht, war der späte Bus also keine Option. Also Plan B...
Plan B war, dass wir mit dem Bus nach Ubatuba fahren. Von dort aus fahren häufiger Busse nach Sao Paulo. Doch auch dieser Bus fuhr so spät, dass wir mit dem Taxi nach Ubatuba fuhren. Auf die Minute kamen wir dort am Busbahnhof an, sodass wir den Bus nach Sao Paulo bekommen haben. Und das obwohl sich mindestens zwei Leute am Ticketschalter vorgedrängelt haben, nur um ein Pläuschchen mit der Verkäuferin zu halten.
In Sao Paulo hatte Max ein großes Krankenhaus rausgesucht, wo wir den PCR-Test machten. Das "Hospital Israelita Albert Einstein" stellt alle Krankenhäuser in den Schatten, die ich jemals gesehen hatte. Riesengroß, sauber, ordentlich und mit Springbrunnen vor der Tür.

Als Notfallsanitäter musste Max sich natürlich die Rettungswache des Krankenhauses ansehen. Einfach hingehen und ansehen, da könnte ja jeder kommen! Der Sicherheitsdienst verwies uns an die Rezeption, die uns ans Wartezimmer verwiesen, die dann viel telefonierten und fragen, ob wir einen Arzt bräuchten...
Irgendwann gerieten wir dann endlich an jemanden, der Englisch bzw. Spanisch verstand. Die Dame führte uns dann zur Rettungswache. Der Rettungssanitäter Joao freute sich sichtlich und zeigte uns die modernen und gut ausgestatteten Rettungswagen. Er erzählte uns, dass sie jedes Jahr zur Europäischen Rettungsdienst Konvention nach Berlin fliegen. Wir haben Nummern ausgetauscht. Vielleicht trifft man sich ja im Oktober in Berlin.

Weiter ging es in unser Hostel nahe des Flughafens. Natürlich hat Sao Paulo zwei Flughäfen und wir haben die 50/50-Chance verloren. Morgen geht unser Flug vom anderen Flughafen, der am anderen Ende der Stadt liegt. Zum Glück geht der Flug nachmittags, sodass wir nicht extra früh aufstehen müssen.
Der Host des "Hobi Hostel" freute sich, uns durch sein Hostel führen zu können. Im Garten des ehemaligen Wohnhauses wuchsen Acerola, Bananen, Limetten und viele Pflanzen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Er nimmt an einem Projekt zur Stadtbegrünung teil. Er zieht Pflanzen groß, die dann an den öffentlichen Straßen gepflanzt werden. Außerdem möchte er, sobald seine Pflanzen Früchte tragen, diese an die Obdachlosen abgeben, weil er so viel Obst und Gemüse selbst mit vielen hungrigen Hostelgästen niemals verwerten kann.

Wir müssen also unbedingt nochmal wiederkommen, damit wir Caipirinhas mit Limetten "made in Sao Paulo" trinken können.




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