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Tag 28 & 29: La Boca & Palermo

  • Autorenbild: Inga F.
    Inga F.
  • 31. Jan. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Da am Freitag unser Sprachkurs endete, sind wir am Samstag auf Sightseeingtour gegangen. Angefangen haben wir in La Boca. Mit dem Taxi haben wir uns zum nördlichen Ende der Av. Don Pedro de Mendoza fahren lassen. Hier sind uns schon die ersten pastellfarbenen Gebäude und politischen Graffitis aufgefallen. Während ich so mit meiner GoPro und meinem IPhone Fotos von der Hafenpromenade schoss, sprach uns ein Passant an, dass wir auf gar keinen Fall den Fluss queren sollten, da es auf der anderen Seite sehr gefährlich sei. Hatten wir tatsächlich auch nicht vor. Auf der anderen Flussseite sahen die Wellblechgebäude wirklich sehr heruntergekommen aus.


Auf dieser Flussseite dagegen laden bunte Gebäude und laute Tangomusik zum Verweilen ein. Die lustigste Straße hier heißt „El Caminito“.

Hier wird auf der Straße Tango getanzt und Kunsthandwerk verkauft. Generell fühlt man sich zwischen den Straßenständen, bunten windschiefen Wellblechhütten und Pappmarché-Aufstellern wie in einem Freizeitpark à la Disneyland. Doch die Kulisse ist echt. Während wir auf dem Plaza Bomberos Voluntarios unseren Chicken-Wing-Schaschlik aßen, sahen wir den Leuten beim ein- und ausgehen zu.

Als wir so am „Mural Juicio y Castigo" saßen, passierte uns eine Touristengruppe mit Stadtführer. Er erzählte auf Spanisch etwas über das Graffiti hinter uns. Ich habe es nicht ganz verstanden, deshalb habe ich es später nochmal nachgelesen: Zwischen 1976 und 1983 herrschte in Argentinien eine Militärdiktatur. 2011 wurden 16 der damaligen Kriegsverbrecher zu langen Haftstrafen verurteilt. Unter den damals Getöteten waren viele Menschenrechtsaktivistinnen der Organisation "Madres de Plaza de Mayo" ("Mütter des Platzes der Mairevolution"). Die Frau auf dem Graffiti trägt das typische weiße Kopftuch der damaligen Aktivistinnen (Quelle: https://www.amnesty.de/2011/10/28/verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-argentinien-verurteilt-fruehere-militaerangehoerige ).


Nach dieser schweren Kost ging die Stadtführung zur schönsten Nebensache der Welt über: Fußball. Der Fußballverein Club Atlético Boca Juniors (CABJ) ist einer der größten und bekanntesten in Argentinien und natürlich der ganze Stolz des Viertels La Boca.

Das Stadion „La Bombonera“

Der bekannteste Fußballer des Vereins ist natürlich Diego Maradona, der hier ähnlich wie der Papst verehrt wird. Kein Scherz! Die Pappmarché-Aufsteller in den Straßen zeigen Maradona und Papst Franziskus Arm in Arm.

Nach einem frisch gepressten Saft an einem der Straßenstände ging es für uns mit dem Taxi ganz ans andere Ende der Stadt, nach Palermo. Da wir selber gar nicht so richtig wussten, wo wir in Palermo hinwollten, gab unser Taxifahrer Max eine kleine Rundfahrt inklusive Geschichte des Viertels: Es gibt das alte traditionelle Palermo und das neue hippe Palermo Hollywood. Unser Taxifahrer ging davon aus, dass wir bestimmt zum Shoppen ins Outlet wollen. Auf dem Weg dorthin, sahen wir einen kleinen Straßenmarkt und baten ihn, uns dort raus zu lassen.


Hier war es wirklich ein bisschen wie in Hollywood: Die Leute standen Schlange, um sich teure Designersonnenbrillen anzusehen, die man auch vom Schaufenster aus begutachten konnte, weil sich die eh kein Mensch leisten kann. Außerdem viele schöne Bars und Cafés, in denen sich die Touristen tummeln. Der kleine Kunsthandwerkmarkt rund um den Plaza Serrano war wirklich sehr schön. Und die ganzen Lokale drum herum mit bunten Graffitis erst! Ich hatte im Reiseführer zwei schöne Cafés gefunden, also machten wir uns auf den Weg. Hier hatte ich den ersten Biomarkt überhaupt auf unserer Reise gefunden. Da hier wieder Hollywood-Mondpreise vorherrschten, kaufte ich nur ein Stück Seife.


Die beiden Cafés aus dem Lonely Planet sind wohl Corona zum Opfer gefallen, da beide geschlossen hatten. Also nahmen wir das nächste schöne Café in der Straße. Im Posada de Cafe gab es dann also Kaffee und Kekse.

Da es unser letzter Abend in Buenos Aires war, wollten wir ausgehen. Der lustige Inder aus unserem Sprachkurs hatte auch noch nichts vor, also verabredeten wir uns im „Doppelgänger“. Wir waren schon mal da und hatten versprochen wiederzukommen, weil es so cool war. Unser Abschied aus BA wurde gebührend mit diversen „Old Fashioned“, Magaritas und Tequillas gefeiert.




 
 
 

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