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Tag 113: Fahrradtour durch Bogota

Bogota ist für seine Fahrradfreundlichkeit bekannt. Deshalb entschieden wir uns für Sightseeing im Sattel.

Als erstes hielten wir bei einem Markt, um typisch kolumbianische Früchte zu probieren. Neben den üblichen Verdächtigen wie Avocado und Mango probierten wir auch Granatapfel, der sich deutlich von dem unterscheidet, den wir kennen, Drachenfrucht und co.

In Kolumbien wurden einige Präsidentschaftskandidaten umgebracht, weil diese versprochen hatten, etwas gegen den Drogenhandel zu unternehmen. Wir sind einige Denkmäler und ehemalige Wohnhäuser dieser tragischen Persönlichkeiten angefahren.

Etwas nördlich des Zentrums befindet sich ein Viertel, in dem Villen im englischen Baustil stehen. Es ist nicht zu übersehen, dass hier Menschen mit Geld wohnen. Umweit dieser Gegend gibt es einen Park, in dem circa 2.000 indigene Geflüchtete wohnen, weil diese von Drogenhändlern aus ihrer Wohngegend auf dem Land vertrieben wurden. Dies ist kein Flüchtlingscamp, wie man es aus Deutschland kennt mit Security und Hausregeln. Die Geflüchteten haben hier einfach Planen aufgespannt und wohnen hier, weil sie nicht wissen, wo sie hin sollen und aus diesem Park nicht vertrieben werden. Dafür, dass Kolumbien das Land mit den meisten Flüchtlingen weltweit ist (sogar noch vor Syrien) hält sich die nationale und internationale Unterstützung hier in gewissen Grenzen. Es gibt quasi keine staatlichen Hilfen oder Hilfsorganisationen, die hier einschreiten. Die Kolumbianer selber organisieren hier Freizeit- und Bildungsprojekte für die Jugendlichen, wie zum Beispiel Tanzworkshops.


Während wir uns an einem Kiosk versorgten, zupfte auf einmal jemand an meiner Hose. Ein Kind, vielleicht vier Jahre alt, zeigte auf die Chips in der Auslage. Eigentlich gebe ich Bettlern normalerweise nichts aber der Guide sagte, dass es schon okay sei. Er kenne die Kinder und kaufe ihnen immer etwas, wenn er hier die Tour mache. Also versorgte er das Kind und seine drei Geschwister mit Saft und Chips. Schließlich sei dies wahrscheinlich die einzige Mahlzeit, die sie heute bekommen würden…


Weiter ging es dann mit einem etwas erfreulicherem Thema, für das Kolumbien bekannt ist: Kaffee. In einem kleinen Café konnten wir uns den Röstungsprozess ansehen und natürlich das Endprodukt verkosten.

Dann ging es auch schon zurück zum Ausgangspunkt. Als wir die Fahrräder abgaben, hörten wir einen lauten Knall und Gejohle aus einem Nebenzimmer. Da wir wohl etwas beunruhigt wirkten, sagte der Guide, dass dort drüben Tejo gespielt werde. Bei diesem Spiel wirft man einen Betonklotz auf ein mit Lehm bedecktes Brett, auf dem TNT befestigt wird. Ich glaubte es erst, als ich es mit meinen eigenen Augen sah und wir eine Runde spielen durften. Hier in Bogota ist Tejo sehr beliebt und es gibt Tejo-Kneipen, in denen man dieses Spiel spielen kann.


Wir wollten es abends eher etwas ruhiger angehen lassen. Also fuhren wir wieder in den Norden zu einem sehr guten Mexikaner mit Glitzertapete und hervorragendem Essen. Mit der Ruhe war es dann schnell vorbei, als eine Mariachi-Band reinkam und ordentlich Stimmung gemacht hat. Während wir noch unsere letzten Tacos aßen, drehte sich bereits die Diskokugel und die Gäste tanzten Salsa. Was für ein verrückter Tag!

 
 
 

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