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Tag 100-101: Hexenmarkt und Teleférico

  • Autorenbild: Inga F.
    Inga F.
  • 19. Apr. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Heute sind wir in der Stadt La Paz unterwegs. Wir wollen den Mercado de las Brujas besuchen. Auf diesem Hexenmarkt kann man alles Mögliche an Kräutern, Räucherwerk und andere alternative Medizin kaufen. Die Menschen, die hier ihre Läden haben, sind keine anerkannten Ärzte. Dennoch kennen Sie sich sehr gut mit indigenen Ritualen und Kräuterheilkunde aus. Deshalb werden sie "Brujas" (Hexen) und nicht Mediziner genannt.

Sehr gewöhnungsbedürftig fanden wir diese getrockneten Baby-Alpacas. Uns wurde erzählt, dass man mit diesen sein Haus segnet. Noch bevor das Fundament gegossen wird, buddelt man das Alpaca dort ein, damit man ein glückliches Leben in diesem Haus führen kann. Früher hat man für größere Häuser wohl noch Menschenopfer gebracht. Damals hat man in den Straßen Ausschau nach einem Obdachlosen oder Betrunkenen gehalten, den an die Baustelle gebracht und bei lebendigem Leibe vergraben. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, allerdings ist es immer noch keine gute Idee in Bolivien betrunken in den Straßen zu liegen, weil dieses Ritual vereinzelt wohl doch noch abgehalten wird.

In der Nähe vom Hexenmarkt sind weitere schöne bunte Straßen, in denen man Souvenirs und Handwerkskunst kaufen kann, wie zum Beispiel in der Saranaga. Ich habe mir dort einen Alpaca-Wollpulli gekauft. Natürlich wird auch viel Ramsch und Nippes angeboten, weshalb man sich ein bisschen nach der flauschigen Fair-Trade-Kleidung umschauen muss, aber im Alpaca Fashion Shop in der Calle Jiménez gibt es diese auf jeden Fall.


Von unserem Appartmentfenster aus können wir Gondeln vorbei schweben sehen, die aussehen, wie aus dem Skiurlaub. Tatsächlich ist Mi Teleférico eine Erfindung aus Österreich. Die österreichische Firma Doppelmayr hat in einer Stadt, in der es eben Mal Höhenunterschiede von tausend Metern gibt, eine Seilbahn als öffentliches Transportmittel gebaut.

Als Mi Teleférico 2014 gebaut wurde, gab es erheblichen Widerstand gegen das Projekt. Doch inzwischen ist es eine beliebte Alternative zu den überfüllten im Stau stehenden Kleinbussen. Schließlich wäre hier in diesem eh schon sehr dicht bebauten Gelände eine U- oder S-Bahn zu bauen purer Wahnsinn.

La Paz von oben zu erleben ist sehr beeindruckend. Und das für maximal zwei Euro pro Person. Es gibt insgesamt vier Linien, mit denen man im Karrée fahren kann.

Ziel unserer Fahrt war der Cementerio General de La Paz. Zwar hatte dieser schon zu, als wir dort ankamen aber wir konnten trotzdem einen Blick darauf werfen. Gerade von oben wird man sich über die Größe dieses gigantischen Urnen-Friedhofs bewusst.


 
 
 

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